Mittwoch, 11. August 2010

tränen. wirklich überall

Ich denke mal, so ziemlich jeder der von der ganzen Geschichte mit ihm weiß, geht davon aus das ich alles vergessen habe. (Ich versuch mich jetzt mal wieder im sortierten schreiben, auf Wunsch eines einzelnen) Das Problem ist einfach, dass man sowas einfach nicht vergessen kann, keiner kann es so wirklich nachvollziehen, ist ja auch klar, es ist ja auch meine Geschichte, mein Leben, weswegen mich das ganze vielleicht auch noch mehr mitnimmt als wenn ich ein anderes Leben vorher geführt hätte. Es gibt so viel was ich erzählen könnte, ich weiß nicht ob das unbedingt alles hier her gehört, aber für mich ist es die einzige Möglichkeit über alles zu reden, mir tut es einfach gut wenn ich aufschreiben kann was in meinem Kopf los ist, welche Gedanken da zur Zeit kreisen. Klar, ich könnte auch mit ganz vielen Leuten darüber reden aber es tut einfach auch manchmal ganz gut wenn alles einfach nur stumm und stumpf irgendwo abtippt, und warum dann nicht auf einem Blog(?).


Ich weiß nicht so genau, schon als ich klein war, also eigentlich seitdem ich denken kann, streiten meine Eltern, sie haben kaum was anderes gemacht, an die wenigen Momente wo es mal still im Haus war, errinner ich mich leider viel zu wenig. Es ging schon immer um irgendwelche Dinge die ich damals schon nicht verstehen konnte, meine Mutter meinte mein Vater würde zu viel arbeiten, sei zu selten zuhause, mein Vater dagegen war der Meinung das es nicht stimmt, meine Mutter würde übertreiben und es wäre alles viel harmloser. Es sind so Kleinigkeiten an die man sich errinert, wir sitzen mal wieder als "glückliche" Familie am Tisch (es war eh alles irgendwie immer nur gespielt), es geht immer um das gleiche, mein großer Bruder soll auch Beilagen essen nicht nur das Fleisch, mein Vater haut im noch mehr Kartoffeln auf den Teller "Bevor die nicht alle sind, stehst du nicht auf, und wenn du bis morgen früh hier sitzen bleibst" Ich merke wie mir die Tränen in die Augen schießen, ich muss versuchen sie zu unterdrücken, nicht schwach werden. Meine Mutter, mal wieder die Ruhe in Person (nach außen irgendwie gespielt eigentlich ist und war sie es nie) "Sei nicht so hart zu ihm, komm iss ein bisschen von den Kartoffeln, du musst aber nicht alles essen!" "Er steht nicht auf bevor sein Teller nicht leer ist!" Die Tränen sind nicht mehr aufhaltbar, sie fließen, noch hat es keiner gemerkt außer vielleicht mein Zwillingsbruder er spürt sowas, muss man ja als Zwilling auch irgendwie, doch dann kommt das Schluchzen dazu, jetzt haben es alle gemerkt, ich springe auf und renne nach oben. "Das war ja wieder klar, sie heult immer!"


So war das früher, heute ist es anders, früher haben alle mitbekommen wenn ich weine, überall, immer. Ich bin nunmal nah am Wasser gebaut ich kann da nichts dafür. Ich habe irgendwie gelernt mit dem ganzen umzugehen, halte meine Tränen zurück, sie kommen dann wenn ich Abends alleine in meinem Zimmer bin, dann hört und sieht es keiner. Es weiß auch keiner, und wenn es jemand weiß, interessiert es ja doch keinen.

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